Finanzierungsbestätigung.
Ein Interessent macht ein Angebot – aber kann er es sich auch leisten? Die Finanzierungsbestätigung schützt Sie vor bösen Überraschungen und geplatzten Verkäufen.
Was ist eine Finanzierungsbestätigung?
Eine Finanzierungsbestätigung ist eine schriftliche Erklärung einer Bank oder eines Finanzierungsinstituts, dass der Käufer die Mittel für den Kauf aufbringen kann. Sie bestätigt, dass die Bank grundsätzlich bereit ist, eine Hypothek in der entsprechenden Höhe zu gewähren – vorbehaltlich der finalen Objektprüfung.
Die Bestätigung ist keine verbindliche Zusage, aber ein wichtiger Indikator für die Ernsthaftigkeit und Bonität des Käufers. Sie zeigt, dass die Bank die finanzielle Situation geprüft hat und grundsätzlich positiv bewertet.
Warum ist sie so wichtig für Verkäufer?
Ohne Finanzierungsbestätigung gehen Sie ein erhebliches Risiko ein: Sie reservieren Ihre Liegenschaft für einen Käufer, der möglicherweise gar nicht finanzieren kann. Die Konsequenzen:
- Zeitverlust: Wochen oder Monate Verhandlung mit dem falschen Käufer
- Marktschaden: Die Liegenschaft steht länger, was Fragen aufwirft
- Verpasste Chancen: Andere seriöse Interessenten haben inzwischen woanders gekauft
- Emotionaler Stress: Ein geplatzter Verkauf ist für alle Beteiligten belastend
Wann im Verkaufsprozess einfordern?
Das Timing ist wichtig. Die Finanzierungsbestätigung sollten Sie verlangen:
- Spätestens: Vor der Reservationsvereinbarung oder dem Vorvertrag
- Idealerweise: Bevor Sie in ernsthafte Verhandlungen eintreten
- Professionell: Gleich bei der ersten Angebotsanfrage erwähnen: "Eine Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank ist Voraussetzung für weitere Gespräche."
Das ist weder ungewöhnlich noch unhöflich – es ist professioneller Standard. Seriöse Käufer haben damit kein Problem.
Worauf Sie bei der Bestätigung achten sollten
Nicht jede Bestätigung ist gleich viel wert. Prüfen Sie:
- Aussteller: Stammt sie von einer anerkannten Bank – nicht nur von einem unabhängigen Berater?
- Betrag: Nennt sie den Kaufpreis oder mindestens die Finanzierungssumme?
- Datum: Ist sie aktuell? Eine Bestätigung älter als 3 Monate ist wenig aussagekräftig.
- Unterschrift: Ist sie unterschrieben und auf offiziellem Briefpapier?
- Vorbehalte: Welche Bedingungen sind genannt? "Unter Vorbehalt der Objektprüfung" ist normal.
Finanzierungsbestätigung vs. Finanzierungszusage
Es gibt wichtige Unterschiede:
- Finanzierungsbestätigung: Absichtserklärung der Bank, grundsätzlich zu finanzieren. Unter Vorbehalt der Objektprüfung. Für erste Verhandlungen ausreichend.
- Finanzierungszusage: Verbindlichere Erklärung nach detaillierter Prüfung. Oft objektbezogen. Für die finale Kaufentscheidung relevant.
- Finanzierungsvertrag: Der rechtlich bindende Hypothekarvertrag. Kommt erst nach dem Kaufentscheid.
Was tun bei fehlender Finanzierung?
Wenn ein Interessent keine Finanzierungsbestätigung vorlegen kann oder will:
- Nachfragen: Fragen Sie freundlich nach dem Grund. Manche Käufer haben schlicht nicht daran gedacht.
- Frist setzen: Geben Sie eine angemessene Frist (1-2 Wochen) für die Beschaffung.
- Alternativen prüfen: Barzahler brauchen keine Bankbestätigung – hier genügt ein Vermögensnachweis.
- Weitergehen: Wenn keine Bestätigung kommt, konzentrieren Sie sich auf andere Interessenten.
Sonderfälle: Barzahler und ausländische Käufer
Barzahler: Bei Käufern ohne Hypothek ist keine Bankbestätigung nötig. Verlangen Sie stattdessen einen Vermögensnachweis (z.B. Bankauszug, Bestätigung über liquide Mittel).
Ausländische Käufer: Prüfen Sie die rechtliche Situation. Nicht alle Ausländer können in der Schweiz Immobilien erwerben (Lex Koller). Eine Schweizer Bankbestätigung ist hier besonders wichtig.
Wie Tippfee Sie dabei unterstützt
Mit der Tippfee Verkaufsbegleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie Finanzierungsbestätigungen einfordern, bewerten und einordnen. Sie lernen, seriöse von unzureichenden Bestätigungen zu unterscheiden – und verhandeln aus einer Position der Sicherheit. Kein Zeitverlust mit unqualifizierten Interessenten.